Von App-Programmierung über Laborpraktika bis zu 3D-Modellierung und Robotik — dieser Kurs zeigt euch über das ganze Schuljahr verschiedene technische Bereiche, jeweils geleitet von unterschiedlichen Kolleg:innen.
Der Kurs gliedert sich in mehrere Themenblöcke. Jede:r Kolleg:in stellt „ihren" Block zu Beginn selbst im Detail vor — hier erstmal ein erster Überblick, worum es überall geht.
Eigene Android-Apps mit MIT App Inventor bauen.
Laborpraktikum am UfZ.
Technisches Konstruieren mit OnShape.
3D-Modellierung und Animation.
Eigene Webseiten bauen.
Laborprojekt am UfZ.
Digital gestalten, präzise fertigen.
Roboter bauen und programmieren.
Abschluss und Präsentation.
Um zu verstehen, warum App Inventor die Sache so einfach macht, lohnt sich zuerst der Blick auf den klassischen Weg, eine Android-App zu bauen — und wie viel davon hier wegfällt.
Normalerweise braucht eine eigene App mehrere Hürden, bevor überhaupt die erste Zeile Programmlogik entsteht:
App Inventor überspringt die ersten drei Schritte komplett. Man arbeitet direkt in einer fertigen Umgebung im Browser, die im Hintergrund alles Nötige selbst erledigt:
Das ist kein Trick — im Hintergrund läuft eine ganz reale technische Kette, die euch die ganze Handarbeit abnimmt:
Die Blocks-Oberfläche basiert auf Blockly, einer JavaScript-Bibliothek von Google, die auch Scratch-ähnliche Sprachen antreibt.
Eure Blocks werden in YAIL übersetzt — eine Zwischensprache, die auf Scheme basiert (einem funktionalen Lisp-Dialekt).
Kawa übersetzt den YAIL/Scheme-Code in echten Java-Bytecode — dieselbe Zwischenstufe, die auch „klassisch" programmierte Android-Apps durchlaufen.
Der übliche Android-Werkzeugkasten macht daraus eine ganz normale .apk-Datei — installierbar auf jedem Android-Gerät.
App Inventor hat zwei Hauptansichten, zwischen denen ihr ständig wechselt:
Designer — links die Palette mit allen Komponenten (Buttons, Labels, Sensoren, ...), in der Mitte der Viewer mit der Handy-Vorschau, rechts die Properties zum Einstellen von Farbe, Text, Größe usw.
Blocks Editor — hier entsteht die Logik: Jede Komponente aus dem Designer bringt eigene Blocks mit, dazu kommen eingebaute Blocks für Variablen, Kontrollstrukturen, Text, Listen usw.
Screenshots: MIT App Inventor — Hello Purr Tutorial, CC BY-SA 4.0.
Bevor wir an größere Projekte gehen, lernt ihr die Grundlagen von App Inventor an klassischen Beispielen kennen — der Reihe nach, jedes baut auf Bekanntem auf.
Mehrere Screens, Buttons und Events, Passwortabfrage — eine Katze schnurrt, wenn man sie antippt.
Listen und Zufall: Der Ball liefert eine zufällige Vorhersage — optional auch per Schütteln des Handys.
Die Canvas-Komponente: auf dem Bildschirm malen, Touch- und Zieh-Events auswerten.
Baut auf Teil 1 auf: globale Variablen, um zwischen kleinen und großen Punkten umzuschalten.
Nach den ersten Einstiegsübungen bauen wir gemeinsam ein größeres, echtes Projekt: eine App zum Speichern und Ansehen eigener Noten. Man meldet sich mit Benutzername und Passwort an, wählt ein Fach und sieht alle eigenen Noten dazu — mit der Möglichkeit, eine neue Note einzutragen oder die zuletzt eingetragene wieder zu löschen.
Die App kann nicht direkt mit der Datenbank sprechen. Deshalb braucht es einen „Mittelsmann", der Anfragen entgegennimmt und weiterreicht — die Kommunikation läuft über http, genau wie beim Aufruf einer normalen Webseite.
Vier Tabellen arbeiten zusammen. Beispieldaten hier frei erfunden.
| student_id | first_name | last_name | tutor_group |
|---|---|---|---|
| 1 | Anna | Berger | 10A |
| 2 | Tom | Fischer | 10A |
| 3 | Lena | Wagner | 10B |
| login_id | student_id | user_name | pwd |
|---|---|---|---|
| 1 | 1 | anna.berger | •••• |
| 2 | 2 | tom.fischer | •••• |
| 3 | 3 | lena.wagner | •••• |
| subject_id | description |
|---|---|
| 1 | Biologie |
| 2 | Chemie |
| 3 | Deutsch |
| 4 | Englisch |
| grade_id | student_id | subject_id | grade | date |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 1 | 2 | 2 | 2026-09-12 |
| 2 | 1 | 2 | 3 | 2026-10-01 |
Designansicht in App Inventor — wie wir das Schritt für Schritt selbst bauen, folgt in den kommenden Terminen.
„Probiert Password Purr in Ruhe zu Hause aus. Was hat funktioniert, wo hakt's noch?"