Ein Computer kennt keine Buchstaben — nur Zahlen. Wie aus "A" die Zahl 65 wird, warum Umlaute lange ein Problem waren, und wie Unicode heute jede Sprache der Welt speichern kann.
Ein einzelnes Bit kann nur zwei Werte speichern (0 oder 1) — damit lässt sich höchstens „Ja" oder „Nein" ausdrücken. Für Buchstaben braucht man mehr.
Stellt man 8 Bits nebeneinander — eine Folge aus acht Nullen und Einsen — ergeben sich viel mehr mögliche Kombinationen. Das kennst du schon aus dem letzten Block: es ist genau die gleiche Rechnung wie bei der Bitanzahl.
Mit 8 Bit lassen sich 256 verschiedene Werte darstellen — von 0 bis 255. Genug für alle Buchstaben, Ziffern und Satzzeichen einer Sprache? Das schauen wir uns jetzt an.
Als Computer in den 1960er-Jahren Buchstaben speichern sollten, einigte man sich auf den ASCII-Code (American Standard Code for Information Interchange).
ASCII nutzt 7 Bit — das reicht für 2⁷ = 128 verschiedene Zeichen.
Englische Texte ließen sich problemlos speichern und austauschen.
Da Englisch keine Umlaute, Akzente oder Sonderbuchstaben braucht, kam man mit 128 Zeichen lange sehr gut aus.
Mit 7 Bit ließen sich keine Umlaute wie ä, ö, ü darstellen.
Computer wurden bald weltweit eingesetzt — in Deutschland, Frankreich, Spanien, Polen und vielen anderen Ländern, die eigene Sonderzeichen benutzen (é, ñ, ç, ß …).
Jedem Zeichen ist eine feste Zahl zugeordnet.
Über 100 Jahre lang gab es schon Fernkommunikation — aber jede Erfindung sprach ihre eigene Sprache. Klicke dich durch die Vorgeschichte von ASCII.
Die Lösung lag zunächst nahe: ASCII um ein achtes Bit erweitern. Doch das reichte nicht für die ganze Welt.
Mit dem achten Bit verdoppelt sich die Anzahl möglicher Zeichen von 128 auf 2⁸ = 256. Die zusätzlichen 128 Plätze wurden für westeuropäische Sonderzeichen genutzt: ä, ö, ü, ß, é, ñ, ç und weitere.
Mit Latin-1 (ISO 8859-1) konnte man nur westeuropäische Sprachen schreiben. Sprachen wie Griechisch, Hebräisch, Polnisch oder Tschechisch benutzen aber ganz andere Buchstaben (α, β, γ oder א, ל, ש) — die passten nicht mehr in die 256 Zeichen von Latin-1. Also entstanden viele weitere ISO-8859-Tabellen — je eine pro Sprachraum.
Das Problem: Jeder Sprachraum bzw. jedes Schriftsystem brauchte seine eigene Tabelle. Ein Text, der auf einem griechischen Computer richtig aussah, konnte auf einem deutschen Computer plötzlich nur noch komische Zeichen zeigen.
So sieht es aus, wenn ein Text in der einen Kodierung gespeichert, aber in einer anderen gelesen wird ("Mojibake"). Genau dieses Problem passierte ständig, als jede Sprache ihre eigene Tabelle hatte.
In den 1990er-Jahren erfand man ein einheitliches System: Unicode. Damit lassen sich alle Zeichen der Welt speichern — Buchstaben, Zahlen, Emojis, Ideogramme, Hieroglyphen, sogar seltene Schriftzeichen. UTF-8 ist die heute gebräuchlichste Art, Unicode als Bits zu speichern.
Gib einen kurzen Text ein und sieh, welche Zahl und welches Bitmuster jedes Zeichen bekommt. ASCII-Zeichen (Zahlen 0–127) passen in 7 Bit — Zeichen außerhalb (z. B. ä, ö, ü, Emojis) brauchen in UTF-8 mehrere Bytes.
Wähle ein Zeichen aus verschiedenen Sprachen der Welt und finde heraus, wie es UTF-8 tatsächlich in Bytes zerlegt. Bearbeite die vier Schritte der Reihe nach — der nächste Schritt wird freigeschaltet, sobald deine Lösung stimmt.
6 Zeichen aus 6 Sprachen warten auf ihre Byte-Zerlegung.
Klicke auf ein Zeichen aus einer der sechs Sprachen.
Wie viele Bytes braucht dein gewähltes Zeichen wohl in UTF-8?
Eine der drei Bitfolgen ist korrekt. Denk daran: Jedes Fortsetzungsbyte in UTF-8 beginnt mit 10.
Deine Zerlegung im Überblick.
Tipp: Nach jedem gelösten Zeichen kannst du direkt das nächste wählen — so entschlüsselst du nach und nach alle sechs.
Teste dein Wissen zu ASCII, Latin-1, der ISO-Familie und Unicode/UTF-8.
„Eine Zahl für jeden Buchstaben der Welt — geht das wirklich?"