Byte, Kilobyte, Gigabyte — und warum 500 GB ungefähr 465,7 GiB entsprechen. Ein Streit zwischen zwei Zahlensystemen, den du ab jetzt durchschaust.
Ein einzelnes Bit ist zu klein, um damit sinnvoll zu arbeiten. Deshalb fasst man acht Bit zu einem Byte zusammen — der Grundbaustein, in dem Computer fast alles messen.
Frühe Computer speicherten Zeichen wie Buchstaben und Ziffern als Zahlen. Dafür brauchte man genug unterschiedliche Bit-Kombinationen:
Mit 6 Bit sind nur 64 verschiedene Zeichen möglich — das reichte gerade für Großbuchstaben, Ziffern und einige Sonderzeichen. Mit 7 Bit werden es schon 128 Zeichen, genug für den ASCII-Zeichensatz mit englischen Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen. Mit 8 Bit stehen 256 Werte zur Verfügung — außerdem ist 8 eine Zweierpotenz und passt deshalb besonders gut zur Arbeitsweise von Computern. Als IBM in den 1960er-Jahren sehr erfolgreiche Computer mit 8-Bit-Bytes baute, setzte sich diese Größe als Standard durch. Deshalb gilt heute: 1 Byte = 8 Bit.
Klicke die Bits an und aus. Jede Position hat einen Wert (128, 64, 32, … 1) — die Summe der aktiven Bits ergibt die Dezimalzahl.
Für größere Datenmengen reicht Byte allein nicht mehr aus. Wie bei Metern oder Gramm nutzt man Präfixe — hier nach dem SI-Standard (Basis 1.000).
Jede Stufe ist das 1.000-fache der vorherigen — die Kette geht rechnerisch beliebig weiter, in der Praxis reichen diese acht Stufen für so gut wie alle Datenmengen.
Computer rechnen intern binär — und 2¹⁰ = 1.024 liegt sehr nah an 1.000. Deshalb gibt es einen zweiten Standard, der auf Zweierpotenzen basiert: den IEC-Standard (Basis 1.024).
Jede Stufe ist das 1.024-fache (2¹⁰) der vorherigen — nicht das 1.000-fache wie bei SI.
Merkhilfe: Steckt ein „i" in der Einheit (KiB, MiB, GiB …), ist es binär (Basis 1.024). Ohne „i" (KB, MB, GB …) ist es dezimal (Basis 1.000).
500 GB entsprechen etwa 465,7 GiB. Nichts ist verschwunden — hier rechnen zwei verschiedene Zählweisen mit demselben Wort.
Gib eine Größe an, wie sie auf der Verpackung steht (SI, Basis 1.000), und sieh, welchem Wert diese Datenmenge im IEC-System entspricht (Basis 1.024).
Wie groß sind typische Dateien und Datenmengen wirklich? Klicke eine Größenordnung an.
Speichermedien haben sich in gut 150 Jahren enorm verändert. Klicke dich mit den Pfeilen durch die Geschichte.
Jede Arbeit lässt sich in ihrer Geschwindigkeit messen: Ein Läufer schafft so viele Meter pro Sekunde, ein Wasserhahn füllt so viele Liter pro Minute. Genauso lässt sich messen, wie schnell ein Informatiksystem Daten überträgt — das ist die Übertragungsrate: wie viele Bit oder Byte in einer Sekunde übertragen werden.
Speichergröße und Übertragungsrate werden dabei mit unterschiedlichen Einheiten gemessen — und genau das führt zur nächsten Verwechslung: aus „50 Mbit/s" macht das Gehirn schnell „50 MB/s". Das ist falsch, und zwar um den Faktor 8.
1 Byte = 8 Bit — damit lässt sich zwischen Byte- und Bit-Größen umrechnen.
Szenario: Dein Anschluss wirbt mit 50 Mbit/s, du lädst eine Datei mit 100 MB herunter. Bearbeite die drei Schritte der Reihe nach.
Bevor gerechnet wird: ist die beworbene Übertragungsrate in Bit oder in Byte angegeben?
Multipliziere mit 8.
Übertragene Datenmenge (800 Mbit aus Schritt 2) ÷ Übertragungsrate (50 Mbit/s). Antwort in Sekunden.
Teste dein Wissen zu Byte, SI-Präfixen, Binärpräfixen, Größenordnungen und Übertragungsraten.
„1.000 oder 1.024 — ist das wirklich nur ein Rundungsfehler?"