Verschiedene Anschlüsse findest du an einem typischen Computer-Arbeitsplatz. Bildschirm, Tastatur, Maus, Drucker, Lautsprecher, Netzwerk, Strom – jedes Gerät braucht eine eigene Verbindung.
Im EVA-Prinzip haben wir gelernt: Daten gehen Ein, werden Verarbeitet, und kommen Aus. Aber wie genau kommen sie in den Computer rein und wieder raus? Die Antwort: über Steckverbindungen.
In diesem Modul
Du lernst die wichtigsten Anschlüsse kennen: wofür sie da sind, wie sie aussehen, wann sie entwickelt wurden. Am Ende kannst du an jedem Computer auf den ersten Blick erkennen, was wo eingesteckt wird.
Dein Weg
14 Stationen · 8 Lern-Slides und 5 Übungen · XP-Punkte für richtige Antworten · Navigation über die Pfeile unten, oder das Menü oben rechts.
02
Stecker, Buchse und Übertragungsrate
Das Grundprinzip
Am Beispiel des bekanntesten Anschlusses – USB-A – lernst du drei Dinge kennen, die für alle folgenden Anschlüsse wichtig sind: Wie Stecker und Buchse zusammengehören, was eine Übertragungsrate ist und was der Unterschied zwischen analog und digital bedeutet.
Stecker
Buchse
USB-A
unser Beispiel
Ein USB-Stick oder ein Ladekabel für ältere Geräte hat einen USB-A-Stecker. Die Buchse dazu findest du an jedem Computer und Laptop.
Stecker und Buchse
Jede Kabelverbindung besteht aus zwei Teilen: dem Stecker (das rechteckige Teil am USB-Stick, das du in der Hand hältst) und der Buchse (die Öffnung am Computer, in die du den Stecker steckst). Die Buchse ist fest am Gerät verbaut, der Stecker beweglich am Kabel oder Gerät.
Übertragungsrate
Durch das Kabel fließen Daten – zum Beispiel ein Foto vom Handy auf den PC. Wie schnell das geht, sagt die Übertragungsrate. Sie wird in Bit pro Sekunde gemessen. USB-A schaffte im Jahr 1996 zunächst bis zu 12 Megabit pro Sekunde (12 Mbit/s), heute bis zu 10 Gigabit pro Sekunde (10 Gbit/s = 10 000 Mbit/s). In knapp 30 Jahren wurde USB-A also fast tausendmal schneller.
Ein Videoclip von 1 GB übertragen
USB-A 1996 · 12 Mbit/s → ca. 11 Minuten DSL-Internet · 50 Mbit/s → ca. 2,5 Minuten USB-A heute · 10 Gbit/s → unter 1 Sekunde
Und was ist ein „analoger“ Anschluss?
Manche alte Anschlüsse wie VGA übertragen kein digitales Signal – also keine Nullen und Einsen. Stattdessen fließt eine kontinuierliche elektrische Welle durch das Kabel. Das nennt man analog. Für analoge Anschlüsse gibt es keine Datenrate im Sinne von „Bit pro Sekunde“ – bei denen steht daher später einfach analog.
Und jetzt?
Bei den nächsten Slides siehst du bei jedem Anschluss die Übertragungsrate. So kannst du sofort vergleichen: HDMI ist zum Beispiel schneller als USB-A.
03
Bildschirm anschließen
Video-Anschlüsse
Für die Verbindung zwischen Computer und Monitor gibt es vier verbreitete Anschlüsse – chronologisch von alt nach modern:
Stecker
Buchse
VGA
ab 1987 · analog
analog · keine Datenrate
Der klassische blaue Stecker mit 15 Pins in drei Reihen. Überträgt Bild analog, keinen Ton. Heute nur noch in älteren Geräten verbaut.
Stecker
DVI
ab 1999 · digital
bis 3,96 Gbit/s
Übergangstechnologie zwischen VGA und HDMI. Digital, aber ohne Ton. Wird kaum noch verbaut.
HDMI vs. DisplayPort
Wann was?
HDMI ist der Standard für TV, Konsolen und Heimkino. Überträgt Bild und Ton, weit verbreitet.
DisplayPort ist im PC-Bereich verbreitet. Höhere Datenraten, oft an Gaming-Monitoren und Grafikkarten zu finden.
Stecker
Buchse
HDMI
ab 2002 · digital
bis 48 Gbit/s (HDMI 2.1)
Heute der Standard. Überträgt Bild und Ton zusammen. An jedem modernen Fernseher und Monitor.
Stecker
Buchse
DisplayPort
ab 2006 · digital
bis 80 Gbit/s (DP 2.1)
Für PC-Monitore sehr verbreitet. Unterstützt höchste Auflösungen und Bildwiederholraten. Bei Gamern beliebt.
Warum genormt?
Damit ein Monitor von Samsung an einen PC von Lenovo passt, müssen Stecker und Buchse exakt aufeinander abgestimmt sein. Internationale Normen (z. B. HDMI Forum, VESA für DisplayPort) sorgen dafür, dass sich alle Hersteller an die gleichen Maße halten.
Formschluss als Schutz
Schau dir VGA und HDMI genau an: Beide Stecker haben eine bestimmte Form, die nur in eine Richtung passt. VGA ist trapezförmig mit zwei Schrauben, HDMI hat eine schiefe D-Form. Das nennt man Formschluss – so kannst du den Stecker nicht verkehrt herum einstecken und die Kontakte werden nicht beschädigt. USB-C und die 3,5-mm-Klinke sind Ausnahmen: die kannst du drehen wie du willst.
04
Die USB-Familie
Universelle Serielle Schnittstelle
USB (Universal Serial Bus) ist der Allzweck-Anschluss für Peripheriegeräte – Tastaturen, Mäuse, Sticks, Drucker, Smartphones. Es gibt die Grundformen A, B und C, dazu kleinere Varianten für Mobilgeräte.
Stecker
Buchse
USB-A
ab 1996
bis 10 Gbit/s (USB 3.2)
Der klassische rechteckige USB-Anschluss. An jedem PC und Laptop zu finden. Nur in einer Richtung einsteckbar.
Stecker
Buchse
USB-B
ab 1996
bis 10 Gbit/s
Quadratisch-trapezförmig. Häufig an Druckern und älteren externen Geräten verbaut.
Stecker
Buchse
USB-C
ab 2014
bis 80 Gbit/s (USB4 v2)
Oval, beidseitig einsteckbar. Kann Daten, Video und Strom gleichzeitig übertragen. Der neue Universalstandard.
Stecker
USB Mini-B
ab 2000
bis 480 Mbit/s
Kleinere Variante, typisch für alte MP3-Player und Digitalkameras.
Stecker
USB Micro-B
ab 2007
bis 5 Gbit/s (USB 3.0)
Jahrelang Standard an Android-Smartphones. Wird zunehmend durch USB-C abgelöst.
Stecker
Thunderbolt
ab 2011
bis 80 Gbit/s (Thunderbolt 5)
Nutzt seit Version 3 die USB-C-Form, ist aber noch schneller. Für Profi-Zubehör und externe Grafikkarten.
USB-C wird alles ablösen
EU-Vorgabe seit 2024
Seit 2024 schreibt die EU für neue Smartphones den USB-C-Anschluss vor. Langfristig werden die anderen USB-Varianten verschwinden – außer Spezialfällen wie alten Geräten.
05
Ins Netz per Kabel
Netzwerkanschlüsse
Für den kabelgebundenen Internetzugang gibt es nur einen relevanten Stecker: den RJ45. Er sitzt an jedem Ethernet-Kabel, das den Computer mit Router oder Switch verbindet.
Stecker
Buchse
RJ45 (Ethernet)
ab 1985
bis 10 Gbit/s (Cat 6a)
8 Adern in vier verdrillten Paaren. Eine Rastnase sichert den Stecker gegen Herausrutschen – beim Ziehen drückst du sie runter.
Kabelkategorien
Cat 5, Cat 5e, Cat 6, Cat 6a, Cat 7 – die Bezeichnung sagt, wie hoch die maximale Datenrate ist. Cat 6a schafft 10 Gbit/s bis 100 m Länge. Für Heim-Netzwerke reicht meist Cat 5e oder Cat 6.
Warum nicht RJ11?
Der kleinere RJ11 sieht ähnlich aus, hat aber nur 4 oder 6 Kontakte und wird für analoge Telefonleitungen verwendet. Für Internet nicht geeignet.
06
Ton und Strom
Audio- und Stromanschlüsse
Für Kopfhörer, Mikrofon und die Stromversorgung brauchen wir nochmal andere Anschlüsse. Ohne Strom geht nichts – ohne Ton fehlt die Hälfte.
Audio
Stecker
Buchse
Klinke 3,5 mm
ab 1964
analog · keine Datenrate
Runde Form, beidseitig einsteckbar. Für Kopfhörer und Mikrofone. An modernen Smartphones oft nicht mehr vorhanden.
Grün · Line-Out (Lautsprecher / Kopfhörer)
Rosa · Mikrofon
Blau · Line-In (externe Quelle)
Bluetooth
Alternative · drahtlos
Kabellose Übertragung von Ton. Für Kopfhörer, Lautsprecher, Headsets und Smartphones.
USB-C als Audio
Alternative · per Kabel
Moderne Smartphones ohne Klinkenbuchse nutzen USB-C für den Kopfhörer-Anschluss.
Mehr dazu im nächsten Modul
Drahtlose Verbindungen wie Bluetooth, WLAN oder NFC bekommen ein eigenes Lernmodul.
Strom
Stecker
Steckdose
Schuko
ab 1926
nur Stromversorgung
Der klassische deutsche Netzstecker für 230 V mit Schutzkontakt – daher der Name. Verbindet das Stromkabel mit der Wandsteckdose.
Stecker C13
Buchse C14
Kaltgerät
ab 1968
nur Stromversorgung
Standardisierter PC-Netzstecker. Das ist das Ende, das in den Computer oder Monitor führt – das andere Ende des Kabels ist Schuko.
Warum "Kaltgerät"?
Der Name kommt aus der Hausgerätewelt: Geräte, die nicht heiß werden (also nicht Toaster oder Wasserkocher), dürfen einen leichteren, kleineren Netzstecker verwenden. Diese "Kaltgeräte"-Norm nutzen heute fast alle PCs und Monitore.
07
Im Inneren und aus der Vergangenheit
Interne und historische Anschlüsse
Manche Anschlüsse siehst du von außen nie – sie verbinden Komponenten im Inneren des PC-Gehäuses. Festplatten, Grafikkarte, Arbeitsspeicher: alle stecken in eigenen Anschlüssen direkt auf dem Mainboard. Andere Anschlüsse waren früher Standard und sind heute fast verschwunden.
Intern
Datenkabel
SATA Daten
ab 2003
bis 6 Gbit/s (SATA III)
Verbindet Festplatte oder SSD mit dem Mainboard. L-förmiger Stecker mit 7 Kontakten.
Stromkabel
SATA Strom
ab 2003
nur Stromversorgung
Versorgt SSDs und Festplatten mit Strom. Kommt vom Netzteil.
Steckplatz auf dem Mainboard
PCIe x16
ab 2003
bis 128 GB/s (PCIe 5.0 x16)
Langer Mainboard-Steckplatz für Grafikkarten und andere Erweiterungskarten. Es gibt auch kürzere Varianten (x1, x4, x8) – die Zahl gibt die Anzahl der parallelen Datenleitungen an.
Steckplatz auf dem Mainboard
M.2
ab 2013
bis 14 GB/s (PCIe 5.0)
Kleiner Steckplatz für moderne NVMe-SSDs. Viel schneller als SATA. Sitzt direkt auf dem Mainboard und braucht kein eigenes Kabel.
Modul
Steckplatz
RAM (DDR5)
ab 2020
bis 64 GB/s pro Modul
Arbeitsspeicher-Modul und passender Steckplatz auf dem Mainboard. Beim Einstecken rasten die seitlichen Klemmen ein. DDR5 ist der aktuelle Standard, davor DDR4 (2014) und DDR3 (2007).
Historisch
Stecker
Seriell DB9
ab 1969
bis ca. 115 kbit/s
Früher für Modems, externe Mäuse und Drucker. In Industrieanlagen und Laborgeräten heute noch anzutreffen.
Stecker
Parallel DB25
ab 1981
bis 2 Mbit/s
Der klassische Druckerport (LPT). Überträgt 8 Bits gleichzeitig. Komplett aus dem Alltag verschwunden.
Seriell vs. Parallel
Der Unterschied steckt im Namen. Seriell überträgt die Bits nacheinander über eine Leitung. Parallel überträgt mehrere Bits gleichzeitig über getrennte Leitungen. Parallel war früher schneller bei kurzen Strecken – heute sind moderne serielle Verbindungen (USB, SATA, HDMI) durch hohe Taktraten viel schneller als die alten parallelen.
08
Alles auf einen Blick
PC-Rückseite
Schau dir an, wie die Anschlüsse, die du gerade kennengelernt hast, in der Realität auf der Rückseite eines Computers angeordnet sind. Bewege den Mauszeiger über einen Anschluss, um Details zu sehen.
~2020
Modernes Panel
~2000
Historisches Panel
Was du jetzt siehst
Oben das Heute, unten das Damals. Vergleiche die Größen, die Formen, die Anzahl der Anschlüsse. Manches ist verschwunden (Parallel-Druckerport), manches geblieben (VGA in Konferenzräumen), und vieles ist neu dazugekommen (USB-C, RJ45 für moderne Geschwindigkeiten).
09
Alle Anschlüsse chronologisch
Zeitstrahl
Die wichtigsten Anschlüsse, chronologisch nach ihrem ersten Auftauchen geordnet. Daran siehst du: Viele der heute gängigen Verbindungen sind jünger als die meisten Eltern – aber einige Klassiker sind erstaunlich alt.
Alter sagt nichts über Geschwindigkeit aus. Hier siehst du eine Auswahl der Anschlüsse noch einmal – diesmal sortiert nach Übertragungsrate. Die Skala ist logarithmisch: jeder Schritt nach rechts bedeutet das Zehnfache.
Auffälligkeiten
Der Klinke-Stecker ist älter als die meisten anderen und wird bis heute verwendet. RJ45 für Netzwerk gibt es seit 1985 und hat sich nur in den Datenraten weiterentwickelt. USB-C und Thunderbolt sind die jüngsten – und sehen sich zum Verwechseln ähnlich.
10
Übung: Bild erkennen
Welcher Anschluss ist das?
Du bekommst das Bild eines Steckers und vier Namen zur Auswahl. Wähle den richtigen.
Ergebnis
11
Übung: Was brauchst du wofür?
Praktische Szenarien
Keine Bilder, kein Ankreuzen. Lies dir die Situation durch und wähle den passenden Anschluss.
Ergebnis
12
Übung: Zeitstrahl
Bring sie in chronologische Reihenfolge
Ordne die sechs Anschlüsse nach ihrem Erscheinungsjahr. Klick zuerst auf einen Chip im Pool, dann auf eine Position auf der Zeitachse.
POOL · Wähle einen Chip
FRÜHER
HEUTE
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Übung: Tempo-Ranking
Welcher Anschluss ist am schnellsten?
Ordne die Anschlüsse nach ihrer maximalen Datenrate – vom langsamsten (Platz 1, oben) zum schnellsten (Platz 7, unten). Nutze die Pfeile rechts, um einen Eintrag zu verschieben.
Du erkennst die wichtigsten Anschlüsse an einem typischen Computer, kennst ihre Einsatzzwecke und kannst sie zeitlich einordnen. Du weißt, dass es Stecker und Buchsen als zwei Seiten derselben Verbindung gibt – und warum Normung so wichtig ist.
Nächster Halt: Drahtlos
Kabel sind nicht alles. WLAN, Bluetooth, NFC und andere Funktechnologien verbinden Geräte heute oft auch ohne Stecker. Wie das funktioniert – und wann Kabel trotzdem im Vorteil sind – gibt es im nächsten Lernmodul.
Tipp zum Nachschlagen
Komm jederzeit in dieses Modul zurück. Über das Menü oben rechts kannst du einzelne Slides direkt anspringen. Dein XP-Fortschritt bleibt gespeichert.