gitin.de Pythagoras in der Ebene Geometrie · Klasse 9
Wo ist das rechtwinklige Dreieck?

Der Satz des Pythagoras gilt nur in rechtwinkligen Dreiecken. In vielen Figuren ist aber gar keins zu sehen – man muss es sich erst schaffen: mit einer Hilfslinie.

In jeder Figur sind zwei oder drei Hilfslinien gestrichelt eingezeichnet. Nur eine davon erzeugt ein rechtwinkliges Dreieck, in dem man zwei Seiten kennt. Tippe sie an.

So findest du eine Strecke

1. Zeichne eine Hilfslinie – eine Höhe, ein Lot, eine Diagonale oder einen Radius –, sodass ein rechtwinkliges Dreieck entsteht.

2. Prüfe: Sind in diesem Dreieck zwei Seiten bekannt? Oft ergeben sie sich erst aus der Figur, zum Beispiel als Hälfte oder als Differenz zweier Strecken.

3. Bestimme die Hypotenuse – sie liegt dem rechten Winkel gegenüber.

4. Rechne mit dem Satz des Pythagoras.

Farben in diesem Modul

Im Hilfsdreieck ist die Hypotenuse rot, die bekannte Kathete grün und die gesuchte oder neu gezeichnete Kathete blau – egal, wie die Strecke in der Figur heißt.

Die Diagonale im Rechteck

Ein Rechteck ist \(8\,\text{cm}\) lang und \(3\,\text{cm}\) breit. Die Diagonale zerlegt es in zwei rechtwinklige Dreiecke. Die Diagonale ist ihre Hypotenuse, Länge und Breite sind die Katheten:

\(d^2 = 8^2 + 3^2 = 64 + 9 = 73\), also \(d = \sqrt{73}\,\text{cm} \approx 8{,}54\,\text{cm}\).

Ziehe die Ecke \(C\) und beobachte, wie sich die Diagonale ändert.

Seiten
Diagonale
Ziehe den Punkt C. Länge und Breite ändern sich in Schritten von 0,5 cm.
Diagonale im Rechteck

Ein Rechteck mit der Länge \(a\) und der Breite \(b\) hat die Diagonale

$$d = \sqrt{a^2 + b^2}$$
Die Diagonale im Quadrat

Ein Quadrat hat die Seite \(5\,\text{cm}\). Beide Katheten sind gleich lang:

\(d^2 = 5^2 + 5^2 = 2\cdot 25 = 50\), also \(d = \sqrt{50}\,\text{cm} = \sqrt{25\cdot 2}\,\text{cm} = 5\sqrt{2}\,\text{cm} \approx 7{,}07\,\text{cm}\).

Das klappt mit jeder Seitenlänge \(a\): \(\;d^2 = a^2 + a^2 = 2a^2\), also \(d = \sqrt{2a^2} = a\sqrt{2}\).

Diagonale im Quadrat

Ein Quadrat mit der Seite \(a\) hat die Diagonale

$$d = a\sqrt{2} \approx 1{,}414\cdot a$$
Rückwärts: von der Diagonale zur Seite

Ein Quadrat hat die Diagonale \(10\,\text{cm}\). Aus \(d^2 = 2a^2\) folgt \(a^2 = \dfrac{d^2}{2} = \dfrac{100}{2} = 50\), also \(a = \sqrt{50}\,\text{cm} \approx 7{,}07\,\text{cm}\).

Nebenbei: \(a^2\) ist der Flächeninhalt. Ein Quadrat mit der Diagonale \(d\) hat also den Flächeninhalt \(A = \dfrac{d^2}{2}\) – hier \(50\,\text{cm}^2\).

Das gleichseitige Dreieck

Ein gleichseitiges Dreieck hat die Seite \(8\,\text{cm}\). Die Höhe halbiert die Grundseite und zerlegt das Dreieck in zwei rechtwinklige Dreiecke. In jedem ist eine ganze Seite die Hypotenuse, die halbe Grundseite \(4\,\text{cm}\) und die Höhe sind die Katheten:

\(h^2 = 8^2 - 4^2 = 64 - 16 = 48\), also \(h = \sqrt{48}\,\text{cm} \approx 6{,}93\,\text{cm}\).

Allgemein

Für die Seite \(a\) ist die halbe Grundseite \(\tfrac{a}{2}\):

\(h^2 = a^2 - \left(\tfrac{a}{2}\right)^2 = a^2 - \tfrac{a^2}{4} = \tfrac{3}{4}a^2\), also \(h = \sqrt{\tfrac{3}{4}a^2} = \tfrac{a}{2}\sqrt{3}\).

Flächeninhalt: \(A = \tfrac12\cdot a\cdot h = \tfrac12\cdot a\cdot\tfrac{a}{2}\sqrt{3} = \tfrac{a^2}{4}\sqrt{3}\).

Gleichseitiges Dreieck
$$h = \frac{a}{2}\sqrt{3}$$ $$A = \frac{a^2}{4}\sqrt{3}$$

Probe mit \(a = 8\,\text{cm}\): \(h = 4\sqrt{3}\,\text{cm} \approx 6{,}93\,\text{cm}\) und \(A = 16\sqrt{3}\,\text{cm}^2 \approx 27{,}71\,\text{cm}^2\).

Das gleichschenklige Dreieck

Ein gleichschenkliges Dreieck hat die Basis \(c = 10\,\text{cm}\) und die Schenkel \(a = b = 7\,\text{cm}\). Auch hier halbiert die Höhe die Basis:

\(h_c^2 = 7^2 - 5^2 = 49 - 25 = 24\), also \(h_c = \sqrt{24}\,\text{cm} \approx 4{,}90\,\text{cm}\).

Flächeninhalt: \(A = \tfrac12\cdot 10\cdot\sqrt{24}\,\text{cm}^2 = 5\sqrt{24}\,\text{cm}^2 \approx 24{,}49\,\text{cm}^2\).

Höhe im gleichschenkligen Dreieck

Hat ein gleichschenkliges Dreieck die Basis \(c\) und die Schenkel \(a = b\), dann gilt für die Höhe auf die Basis

$$h_c^2 = a^2 - \left(\frac{c}{2}\right)^2$$
Die Raute

Eine Raute hat die Diagonalen \(e = 8\,\text{cm}\) und \(f = 3\,\text{cm}\). Die Diagonalen einer Raute halbieren sich und stehen senkrecht aufeinander. Sie zerlegen die Raute in vier gleiche rechtwinklige Dreiecke mit den Katheten \(4\,\text{cm}\) und \(1{,}5\,\text{cm}\):

\(s^2 = 4^2 + 1{,}5^2 = 16 + 2{,}25 = 18{,}25\), also \(s = \sqrt{18{,}25}\,\text{cm} \approx 4{,}27\,\text{cm}\).

Seite der Raute

Eine Raute mit den Diagonalen \(e\) und \(f\) hat die Seite \(s\) mit

$$s^2 = \left(\frac{e}{2}\right)^2 + \left(\frac{f}{2}\right)^2$$
Das gleichschenklige Trapez

Ein gleichschenkliges Trapez hat die parallelen Seiten \(a = 11\,\text{cm}\) und \(c = 5\,\text{cm}\) und die Schenkel \(b = d = 6\,\text{cm}\). Gesucht sind die Höhe und die Diagonale. Dafür braucht man zwei Hilfsdreiecke nacheinander.

Gleichschenkliges Trapez

Die Höhen von \(D\) und \(C\) schneiden von \(a\) links und rechts je den Überstand \(x = \dfrac{a - c}{2}\) ab. Dann gilt

$$h^2 = b^2 - x^2$$ $$e^2 = (a - x)^2 + h^2$$
Bestimmungsdreiecke

Ein regelmäßiges n-Eck hat \(n\) gleich lange Seiten und \(n\) gleich große Winkel. Alle Ecken liegen auf einem Kreis, dem Umkreis mit dem Mittelpunkt \(M\) und dem Radius \(r\).

Verbindet man \(M\) mit allen Ecken, zerfällt das n-Eck in \(n\) gleiche gleichschenklige Dreiecke – die Bestimmungsdreiecke. Ihre Schenkel sind \(r\), ihre Basis ist eine Seite \(s\). Die Höhe eines Bestimmungsdreiecks heißt Inkreisradius \(\rho\) (gelesen: rho). Sie halbiert die Seite.

Anzahl der Ecken
Gemessene Werte
Probe mit Pythagoras
Im regelmäßigen n-Eck

Die halbe Seite, der Inkreisradius und der Umkreisradius bilden ein rechtwinkliges Dreieck:

$$r^2 = \left(\frac{s}{2}\right)^2 + \rho^2$$

Der Flächeninhalt besteht aus \(n\) Bestimmungsdreiecken: \(\;A = n\cdot\tfrac12\cdot s\cdot\rho\).

Achtung

Die Gleichung verbindet drei Größen. Um zwei davon zu berechnen, muss man eine weitere Beziehung kennen. Für die meisten n-Ecke liefern sie erst die Winkelfunktionen – deshalb sind die Werte oben gemessen. In drei Fällen reicht der Satz des Pythagoras allein.

Sonderfall Sechseck

Beim Sechseck ist der Winkel an der Spitze jedes Bestimmungsdreiecks \(360^\circ : 6 = 60^\circ\). Die beiden anderen Winkel sind gleich groß, also auch \(60^\circ\) – die Bestimmungsdreiecke sind gleichseitig. Darum ist die Seite so lang wie der Radius: \(s = r\).

Ein Sechseck hat die Seite \(5\,\text{cm}\). Der Inkreisradius ist die Höhe eines gleichseitigen Dreiecks: \(\rho = \tfrac{5}{2}\sqrt{3}\,\text{cm} \approx 4{,}33\,\text{cm}\).

Flächeninhalt: \(A = 6\cdot\tfrac{5^2}{4}\sqrt{3}\,\text{cm}^2 = \tfrac{75}{2}\sqrt{3}\,\text{cm}^2 \approx 64{,}95\,\text{cm}^2\).

Sonderfall gleichseitiges Dreieck

Verbindet man im Sechseck jede zweite Ecke, entsteht ein gleichseitiges Dreieck mit demselben Umkreis. Seine Seite schneidet den Radius zur Ecke dazwischen senkrecht in der Mitte – denn sie ist eine Höhe im gleichseitigen Bestimmungsdreieck des Sechsecks.

Herleitung

Im rechtwinkligen Hilfsdreieck ist der Radius \(r\) die Hypotenuse, die Katheten sind \(\tfrac{r}{2}\) und die halbe Dreiecksseite \(\tfrac{s_3}{2}\):

\(\left(\tfrac{s_3}{2}\right)^2 = r^2 - \left(\tfrac{r}{2}\right)^2 = \tfrac{3}{4}r^2\), also \(\tfrac{s_3}{2} = \tfrac{r}{2}\sqrt{3}\) und \(s_3 = r\sqrt{3}\).

Der Inkreisradius des Dreiecks ist das Stück \(\tfrac{r}{2}\).

Drei Sonderfälle

Mit dem Umkreisradius \(r\) gilt:

n-EckSeiteInkreisradiusBegründung
Dreieck\(s_3 = r\sqrt{3}\)\(\rho_3 = \tfrac{r}{2}\)Bild oben
Quadrat\(s_4 = r\sqrt{2}\)\(\rho_4 = \tfrac{r}{2}\sqrt{2}\)Die Diagonale ist \(2r = s_4\sqrt{2}\), und \(\rho_4 = \tfrac{s_4}{2}\).
Sechseck\(s_6 = r\)\(\rho_6 = \tfrac{r}{2}\sqrt{3}\)gleichseitige Bestimmungsdreiecke
Eine verblüffende Näherung

Ein Kreis mit dem Radius \(1\) hat den Umfang \(2\pi\). Sein oberer Halbkreis ist also genau \(\pi\) lang. Wir schließen ihn zwischen zwei Streckenzügen ein, deren Länge sich mit dem Satz des Pythagoras berechnen lässt: einem von innen und einem von außen.

Mittelwert zweier Grenzen

\(2\sqrt{2} < \pi < 2\sqrt{3}\), und \(\pi\) liegt fast genau in der Mitte. Darum ist der Mittelwert \(\sqrt{2} + \sqrt{3} \approx 3{,}1463\) eine so gute Näherung – nur etwa 0,15 % über \(\pi \approx 3{,}1416\).

Genauer wird es mit diesen beiden Streckenzügen nicht. Ein Verfahren, das \(\pi\) beliebig genau liefert, hat Archimedes gefunden.

Archimedes: Ecken verdoppeln

Der halbe Umfang eines einbeschriebenen n-Ecks ist etwas kürzer als der Halbkreis, denn jede Seite ist kürzer als der Bogen über ihr. Mit mehr Ecken schmiegt sich das n-Eck an den Kreis an. Die Frage ist nur: Wie lang ist die Seite, wenn man die Eckenzahl verdoppelt? Zweimal Pythagoras genügt.

Die Verdopplungsformel

Dieselben zwei Schritte für eine beliebige Seite \(s_n\) im Kreis mit \(r = 1\):

Hilfsdreieck 1: \(\overline{MF}^2 = 1 - \tfrac{s_n^2}{4}\).

Hilfsdreieck 2: \(s_{2n}^2 = \tfrac{s_n^2}{4} + \left(1 - \overline{MF}\right)^2 = \tfrac{s_n^2}{4} + 1 - 2\,\overline{MF} + \overline{MF}^2\)

\(= \tfrac{s_n^2}{4} + 1 - 2\,\overline{MF} + 1 - \tfrac{s_n^2}{4} = 2 - 2\,\overline{MF} = 2 - 2\sqrt{1 - \tfrac{s_n^2}{4}} = 2 - \sqrt{4 - s_n^2}\)

Verfahren des Archimedes

Im Kreis mit dem Radius \(1\) gilt für die Seiten der einbeschriebenen n-Ecke

$$s_{2n} = \sqrt{2 - \sqrt{4 - s_n^2}}$$ $$\pi \approx \frac{n\cdot s_n}{2}$$

Man beginnt mit dem Sechseck, \(s_6 = 1\).

Archimedes von Syrakus (um 287 – 212 v. Chr.) beschrieb das Verfahren in seiner Schrift Kreismessung. Er verdoppelte die Eckenzahl viermal – vom Sechseck bis zum 96-Eck.

Dabei nahm er nicht nur einbeschriebene n-Ecke, sondern auch umbeschriebene, deren Seiten den Kreis von außen berühren. Ihr halber Umfang ist etwas größer als \(\pi\). So schloss er \(\pi\) von beiden Seiten ein:

\(3\tfrac{10}{71} < \pi < 3\tfrac{1}{7}\), also \(3{,}1408\ldots < \pi < 3{,}1428\ldots\)

Taschenrechner hatte er nicht. Jede Wurzel musste er durch einen Bruch annähern – und zwar so geschickt, dass die Ungleichungen trotzdem stimmten. Die obere Grenze \(\tfrac{22}{7}\) wurde fast zwei Jahrtausende lang als Näherung für \(\pi\) benutzt.

Grundaufgaben
Aufgabe 1 · Diagonale im Quadrat
Ein Quadrat hat die Seite \(6{,}5\,\text{cm}\). Wie lang ist seine Diagonale?
\(d = a\sqrt{2} = 6{,}5\cdot\sqrt{2}\,\text{cm} \approx 9{,}19\,\text{cm}\).
Aufgabe 2 · Rechteck rückwärts
Ein Rechteck ist \(9\,\text{cm}\) lang, seine Diagonale misst \(11\,\text{cm}\). Wie breit ist es?
Die Diagonale ist die Hypotenuse: \(b^2 = 11^2 - 9^2 = 121 - 81 = 40\), also \(b = \sqrt{40}\,\text{cm} \approx 6{,}32\,\text{cm}\).
Aufgabe 3 · Gleichseitiges Dreieck
Ein gleichseitiges Dreieck hat die Seite \(10\,\text{cm}\). Berechne die Höhe und den Flächeninhalt.
\(h = \tfrac{10}{2}\sqrt{3}\,\text{cm} = 5\sqrt{3}\,\text{cm} \approx 8{,}66\,\text{cm}\).
\(A = \tfrac{10^2}{4}\sqrt{3}\,\text{cm}^2 = 25\sqrt{3}\,\text{cm}^2 \approx 43{,}30\,\text{cm}^2\).
Aufgabe 4 · Gleichschenkliges Dreieck
Ein gleichschenkliges Dreieck hat die Basis \(14\,\text{cm}\) und die Höhe \(9\,\text{cm}\). Wie lang sind die Schenkel, und wie groß ist der Umfang?
Die Höhe halbiert die Basis: \(a^2 = 7^2 + 9^2 = 49 + 81 = 130\), also \(a = \sqrt{130}\,\text{cm} \approx 11{,}40\,\text{cm}\).
Umfang: \(u \approx 14 + 2\cdot 11{,}40 = 36{,}80\,\text{cm}\).
Aufgabe 5 · Raute
Eine Raute hat die Seite \(6{,}1\,\text{cm}\) und die Diagonale \(e = 12\,\text{cm}\). Wie lang ist die zweite Diagonale \(f\)? Wie groß ist der Flächeninhalt \(A = \tfrac{e\cdot f}{2}\)?
Die Seite ist die Hypotenuse, eine Kathete ist \(\tfrac{e}{2} = 6\,\text{cm}\): \(\left(\tfrac{f}{2}\right)^2 = 6{,}1^2 - 6^2 = 37{,}21 - 36 = 1{,}21\), also \(\tfrac{f}{2} = 1{,}1\,\text{cm}\) und \(f = 2{,}2\,\text{cm}\).
\(A = \tfrac{12\cdot 2{,}2}{2} = 13{,}2\,\text{cm}^2\).
Aufgabe 6 · Gleichschenkliges Trapez
Ein gleichschenkliges Trapez hat die parallelen Seiten \(a = 18\,\text{cm}\) und \(c = 8\,\text{cm}\), die Schenkel sind \(6{,}5\,\text{cm}\) lang. Berechne die Höhe und die Länge einer Diagonale.
Überstand: \(x = (18 - 8) : 2 = 5\,\text{cm}\).
Höhe: \(h^2 = 6{,}5^2 - 5^2 = 42{,}25 - 25 = 17{,}25\), also \(h \approx 4{,}15\,\text{cm}\).
Diagonale: \(e^2 = (18 - 5)^2 + h^2 = 169 + 17{,}25 = 186{,}25\), also \(e \approx 13{,}65\,\text{cm}\).
Aufgaben aus dem Alltag
Aufgabe 7 · Den Schrank aufrichten
Ein Kleiderschrank ist 2,10 m hoch und 0,60 m tief. Er wird liegend ins Zimmer getragen und dort aufgerichtet. Dabei kippt er über eine untere Kante. Das Zimmer ist 2,20 m hoch.
a) Wie hoch ragt die obere Ecke beim Aufrichten höchstens?
b) Stößt der Schrank an die Decke?
Beim Kippen dreht sich der Schrank um die untere Kante. Am höchsten ist die gegenüberliegende Ecke, wenn die Diagonale der Seitenwand senkrecht steht.
a) \(d^2 = 2{,}10^2 + 0{,}60^2 = 4{,}41 + 0{,}36 = 4{,}77\), also \(d \approx 2{,}184\,\text{m}\).
b) \(2{,}184\,\text{m} < 2{,}20\,\text{m}\) – der Schrank passt, aber nur mit etwa 1,6 cm Luft. Die Breite des Schranks spielt keine Rolle.
Aufgabe 8 · Der Schraubenschlüssel
Eine Sechskantmutter hat die Schlüsselweite 13 mm: So weit liegen zwei gegenüberliegende Seiten auseinander. Ein Maulschlüssel greift genau diese Seiten. Ein Steckschlüssel dagegen umschließt die Mutter – er muss innen mindestens so weit sein wie das Eckmaß, der Abstand zweier gegenüberliegender Ecken.
Wie groß ist das Eckmaß, wenn die Ecken nicht abgerundet sind?
Die Schlüsselweite ist der doppelte Inkreisradius: \(\rho = 6{,}5\,\text{mm}\). Im Sechseck ist die Seite so lang wie der Umkreisradius, die halbe Seite also \(\tfrac{r}{2}\).
Pythagoras: \(r^2 = \left(\tfrac{r}{2}\right)^2 + 6{,}5^2\), also \(\tfrac{3}{4}r^2 = 42{,}25\) und \(r^2 \approx 56{,}33\), \(r \approx 7{,}51\,\text{mm}\).
Eckmaß: \(2r \approx 15{,}01\,\text{mm}\).
Aufgabe 9 · Vorfahrt gewähren
Das Verkehrszeichen „Vorfahrt gewähren“ ist ein gleichseitiges Dreieck, das auf der Spitze steht. In einer gängigen Größe ist jede Seite 900 mm lang. Die Ecken werden als spitz angenommen.
a) Wie hoch ist das Schild?
b) Wie viel Quadratmeter Folie braucht man für die Vorderseite?
a) \(h = \tfrac{900}{2}\sqrt{3}\,\text{mm} = 450\sqrt{3}\,\text{mm} \approx 779\,\text{mm}\), also knapp 78 cm.
b) \(A = \tfrac{900^2}{4}\sqrt{3}\,\text{mm}^2 = 202\,500\sqrt{3}\,\text{mm}^2 \approx 350\,740\,\text{mm}^2 \approx 0{,}35\,\text{m}^2\).
Aufgabe 10 · Balken aus dem Baumstamm
Aus einem Baumstamm mit 40 cm Durchmesser soll ein Balken mit quadratischem Querschnitt gesägt werden, der so dick wie möglich ist.
a) Wie breit wird der Balken?
b) Wie viel Prozent der Querschnittsfläche des Stamms fallen als Abfall an?
a) Die Ecken des Quadrats liegen auf dem Rand des Stamms, die Diagonale ist der Durchmesser: \(a = \tfrac{40}{\sqrt{2}}\,\text{cm} = 20\sqrt{2}\,\text{cm} \approx 28{,}28\,\text{cm}\).
b) Quadrat: \(a^2 = \tfrac{40^2}{2} = 800\,\text{cm}^2\). Kreis: \(\pi\cdot 20^2 \approx 1256{,}6\,\text{cm}^2\). Abfall: \(1256{,}6 - 800 = 456{,}6\,\text{cm}^2\), das sind \(456{,}6 : 1256{,}6 \approx 36\,\%\).
Quiz
Frage 1
Wie lang ist die Diagonale eines Quadrats mit der Seite \(a\)?
\(2a\)
\(a\sqrt{2}\)
\(a\sqrt{3}\)
\(a^2\)
Frage 2
Ein gleichseitiges Dreieck hat die Seite \(4\,\text{cm}\). Wie hoch ist es?
\(3\,\text{cm}\)
\(2\sqrt{2}\,\text{cm}\)
\(2\sqrt{3}\,\text{cm}\)
\(4\sqrt{3}\,\text{cm}\)
Frage 3
Wie berechnet man die Seite \(s\) einer Raute aus ihren Diagonalen \(e\) und \(f\)?
\(s^2 = e^2 + f^2\)
\(s^2 = \left(\tfrac{e}{2}\right)^2 + \left(\tfrac{f}{2}\right)^2\)
\(s = \tfrac{e + f}{2}\)
\(s^2 = e\cdot f\)
Frage 4
Ein regelmäßiges Sechseck hat den Umkreisradius \(r\). Wie lang ist eine Seite?
\(\tfrac{r}{2}\)
\(r\sqrt{2}\)
\(2r\)
\(r\)
Frage 5
Warum ist der halbe Umfang eines einbeschriebenen n-Ecks immer etwas kleiner als \(\pi\)?
Jede Seite ist kürzer als der Kreisbogen über ihr.
Weil man die Wurzeln runden muss.
Weil der Radius kleiner als 1 ist.
Das stimmt nicht – ab dem 96-Eck ist er größer.
© 2026 Pavel Gitin · KI-assistiert · CC BY-NC-SA 4.0